Wie der Silbersee entstanden ist

  Der Silbersee bei Wehdel ist heute das Ziel  vieler Ausflügler. Im Westen ist sein
  Grund moorig, im Osten dagegen sandig, flach und fest.  Fragt man nach der
  Namensgebung des Sees, wird die Sage lebendig, die über die Entstehung des
  Silbersees berichtet.

   Früher stand hier, so erzählt sie, ein Schloss. Eines Tages kam ein Edelmann
    vorbei, der nach Beverstedt wollte. Da der Abend anbrach, beschloss er, in dem
    Schloss zu übernachten. Er stieg vom Pferde und bat um Einlass und Herberge
    für die Nacht. Eine Frau, wohl die Herrin, erfüllte mürrisch, wie es dem Fremden
    vorkam, seine Bitte. Der Edelmann, müde von dem langen Ritt, begab sich bald
    zur Ruhe. Vorher legte er seine silbernen Handschuhe auf einen Stuhl.

    Als er am andern Morgen aufbrechen wollte, vermisste er seine Handschuhe. Er
    bat die Frau des Hauses um Auskunft. Die aber tat ganz unwissend. Da begehrte
    der Fremde auf und forderte sein Eigentum zurück. In heftigen Worten erwiderte
    auch die Frau. Als der Bestohlene sah, dass ihm seine Handschuhe nicht wieder
    werden sollten, ging er. Aber vor dem Schlosse sprach er einen Fluch über den
     stolzen Bau und seine Bewohner.

     Da quoll das Wasser aus der Tiefe, höher und höher, und das Schloss begann zu
     sinken, bis es ganz verschwand. Auf dem Wasser aber schwamm ein Stuhl, auf
     dem lagen die Handschuhe. Nach einiger Zeit verschwand auch er mit seiner
     silbernen Last.